Alle Beiträge von Wolf-Rüdiger Landschoof

Toleranzprobleme – nur eine Frage der kommunikation?

Eine Leuchte lässt sich nicht montieren. Ein Bauteil fällt vor Kunde häufig aus, weil ein Spiel zu groß ist. Ein Maß kann in der Fertigung nicht sicher eingehalten werden.

Das sind drei Beispiele für Toleranzprobleme. Lassen sie sich mit einer besseren Kommunikation lösen? Können hier beteiligte Partner nicht miteinander reden? Sind menschliche Barrieren zu stark?

Sicherlich ist die Verbesserung der Kommunikation ein wichtiger Weg. Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung, Zulieferer und Auftraggeber – sie alle müssen miteinander sprechen.

Meiner Meinung nach ist es dabei entscheidend, ob genügend Fakten vorliegen. Daran mangelt es oft. Wie sind die Fertigungsparameter? Welche Werte liegen für die Qualitätsmerkmale in statistisch abgesicherter Form vor? Wie sind die Zusammenhänge der Toleranzen in de Baugruppe?

Darauf gehe ich in meiner Schulung „Toleranzprobleme lösen“ und in einem TolTalk ein. Gehen Sie auf die Seiten Seminare und Angebote!

Toleranzanalysen bei Tolerierung nach GPS

Mit Toleranzanalysen werden Toleranzen analysiert. Diese werden zunehmend nach der internationalen „Geometrischen Produktspezifikation (GPS)“ beschrieben. Das System ist durch ISO-Normen festgelegt. Dieses Normensystem hilft, eindeutig zu tolerieren.

Das GPS ist allerdings sehr umfangreich geworden. Selbst der erfahrenste Konstrukteur kommt an seine Grenzen. Noch schwieriger ist es, die GPS-Tolerierung in den Toleranzberechnungen umzusetzen.

Ich denke, Konstruierende und Toleranzanalytiker und – analytikerinnen sollten ihre Erfahrungen innerhalb ihres Unternehmens und auch mit Kollegen in anderen Unternehmen austauschen. Um die Komplexität zu bewältigen, sollten nicht alle Möglichkeiten, die GPS bietet, genutzt werden, sondern eine für das Unternehmen ausreichende Teilmenge. Eine konsequente Umsetzung des Unabhängigkeitsprinzips ist dabei hilfreich. Ein Handbuch oder Firmenstandard für die Abbildung der Toleranzen in einem Berechnungsmodell wäre ein weiterer Schritt als Hilfsmittel für die Toleranzanalysen.

Eine Gelegenheit zu einem Austausch bietet sich am 15.02. nachmittags im TolkTalk (Link).

Tolerance analyses for tolerancing according to GPS

Tolerance analyses are used to analyse tolerances. These are increasingly described according to the international „Geometric Product Specification (GPS)“. The system is defined by ISO standards. This system of standards helps to clearly define tolerances.

However, the GPS has become very extensive. Even the most experienced designer reaches his limits. It is even more difficult to implement GPS tolerancing in the tolerance calculations.

I think designers and tolerance analysts should exchange experiences within their companies and also with colleagues in other companies. In order to cope with the complexity, not all possibilities offered by GPS should be used, but a subset sufficient for the company. Consistent implementation of the principle of independence is helpful. A manual or company standard for mapping the tolerances in a calculation model would be a further step as an aid for the tolerance analyses.

An opportunity for a discussion is offered on 15.02. in the afternoon at TolkTalk (Link) .

Toleranzen als besondere Merkmale

Viele Unternehmen verlangen als Qualitätsmaßnahme die Festlegung von sogenannten „besonderen Merkmalen“. Diese werden auf der technischen Zeichnung oder im Rahmen einer FMEA dokumentiert. Wenn es bei geometrischen Toleranzen um die Frage eines Besonderen Merkmals geht, bietet der kleine Aufsatz „Besondere Merkmale und Toleranzen“ eine Hilfe.

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Die Toleranzanalyse – ein Frontloading-Tool?

Als erstes kommt die Mittellinie. Das war früher die Devise zum Beginn einer Konstruktion. Heute wird zuerst das Volumenmodell erstellt. Sicherlich kann man für die Prototypen in der Konzeptphase auf eine vollständige Tolerierung verzichten. Warum sollte man in der Konzeptphase einer Produktentwicklung schon Tolerieren, geschweige denn Toleranzanalysen durchführen?

Es gibt gute Gründe, frühzeitig ein Tolerierungskonzept zu erstellen und Toleranzen zu prüfen. Zu enge Toleranzen führen zu zu hohen Herstellkosten. Wenn auf Grundlage einer engen Tolerierung Angebote der Zulieferer basieren, bedeutet dies eine unnötige Verteuerung des Produkts. Sind später Investitionen der Fertigung ausgelöst, ist eine Toleranzoptimierung (Toleranzaufweitungen und -einengungen) kaum noch möglich.

Planen Sie die Toleranzanalyse frühzeitig in Ihren Produkt-Entwicklungsprozess ein! Sie können damit zu hohe Fertigungskosten vermeiden. Ich unterstütze Sie gerne mit meinen Erfahrungen in der Verbesserung Ihres Toleranzanalyse-Prozesses!

Robustheitsindex Cqr (ehemals Cpr)

Der Robustheitsindex Cqr ist eine Qualitätskenngröße, die für Toleranzen in Maßketten entwickelt wurde.

Die Definition finden Sie in einem Foliensatz zum Herunterladen: Vorlesung_Robustheitsindex_160107

Der Robustheitsindex lässt sich einfach aus 2 Zeichnungsgrößen („Nennwert“ und Toleranz) und zwei Verteilungsgrößen (Mittelwert und Standardabweichung) bestimmen.

Eine ausführliche Ausarbeitung zur statistischen Tolerierung mittels Robustheitsindex finden Sie hier:

Statistische Tolerierung